Nerven Mobilisation

Mobilisation des Nervensystems / Neurodynamik nach David Buttler
Die Mobilisation des Nervensystems ist ein Versuch Schmerzen, Pathomechanik und Patho-
physiologie physisch zu behandeln. Das Nervensystem ist mittels sogenannter mechanischer
Berührungsflächen mit dem Bewegungsapparat verbunden, wodurch Bewegungen einen
ungleichmäßigen Druck und Verschiebungen in den neuralen Geweben bewirken. Diese sind
wiederum von den lokalen anatomischen und mechanischen Eigenschaften und dem
Körperbewegungsmuster abhängig. So wird in den neuralen Geweben eine beachtliche Reihe
mechanischer und physiologischer Reaktionen aktiviert. Dazu gehören: neurales Gleiten,
Druckerhöhung, Verlängerung, Spannung und Veränderungen der intraneuralen Mikrozirkulation, des
axonalen Transports und des Impulsverkehrs.
Die Mobilisation des Nervensystems ist seit kurzem als eine Hilfe der Beurteilung und Behandlung von
Schmerzsyndromen aufgetaucht. Ein wichtiger Aspekt besteht in der Auffassung, dass gesunde
Mechanismen des Nervensystems eine schmerzfreie Haltung und ebensolche Bewegungen
ermöglichen. Im Falle einer Pathomechanik der neuralen Gewebe (z.B. durch Einklemmung des Nervs
oder Veränderungen der Funktionen nach Frakturen / Zentralen Störungen), können bei alltäglichen
Tätigkeiten Symptome jeglicher Art ausgelöst werden
Die Anwendung neuraler Tensionstests (insgesamt 9) ist ein wichtiger Bestandteil der
Nervenmobilisation. Diese Tests werden bei der Untersuchung mit dem Ziel benutzt, die neuralen
Gewebe mechanisch so zu stimulieren und zu bewegen, dass ein Eindruck von ihrer Mobilität und
Sensitivität gegenüber mechanischem Druck und Zug gewonnen werden.
Klinische Kriterien bei der Untersuchung neuraler Gewebe mit Spannungstests:
- bestehen neural bedingte Schmerzen
- neural bedingter Mobilitätsverlust
- neural bedingte Ausweichbewegungen
- neural bedingte Schutzspasmen der Muskulatur oder Hypotonus
- neural bedingter Verlust an selektiver Muskelaktivität
Sind Anomalien vorhanden, sollen Untersuchungstests als Behandlungstechnik die mechanischen und
physiologischen Funktionen verbessern. Es handelt sich hierbei um passiv durchgeführte Glieder- und
Rumpfbewegungen, die die Neuraxis, Meningen, Nervenwurzeln und peripheren Nerven bewegen. Ein
großer Anteil der Behandlung um fasst die Anleitung zur Automobilisation